Der Berg ruft!
27.12.2009 – 02.01.2010
Schon wieder ist ein Jahr vorbei und das „muss“ gefeiert werden!? Weihnachten haben wir hinter uns gelassen und die Koffer sind schon gepackt. Auf geht’s, dieses Jahr ins Salzburger Land in den schönen verschneiten Ort Eben im Pongau. Alle Anreisenden haben das „Jugendgästehaus Edthof“ am Berg gefunden und richten sich gemütlich in ihren Zimmern ein. Die ersten Kinder fragen schon nach dem Abendessen und die nette Gastgeberin serviert auch bald um 18.00 Uhr den guten Wiener Schnitzel. Na das fängt ja gut an, wenn wir so verwöhnt werden(täglich 3 Gänge Menü), dann müssen wir viel Skifahren und Wandern. Das im Haus vorhandene Hallenbad, wird von den 25 Kindern auch gleich am ersten Abend getestet. Ein Gekreische und Getolle ohnegleichen, aber eins ist sicher, das Hallenbad haben die Kinder für sich allein, dem Lärmpegel setzt sich kein Erwachsener freiwillig aus. Somit hatten die Eltern den Partyraum für sich und konnten ungestört miteinander plaudern.
Was die Skifahrer so den ganzen Tag machen, ist uns allen klar. Rein in die Gondel/Sessel rauf auf den Berg, ab auf die Piste und runter den Berg. Zwischendrin werden Pausen eingelegt, etwas getrunken und gegessen, im Schnee herumgealbert und am Abend stöhnen alle dass die Füße schwer sind. Das bedeutet aber nicht, dass am nächsten Tag die Ski nicht wieder angeschnallt werden.
Nun berichten wir doch mal über die „Wanderer“. Am ersten Tag erkundeten sie noch das Tal und bereuten es, nicht die Sonnenstrahlen auf 1300m Höhe mit uns genossen zu haben. Das änderte sich am nächsten Morgen. Sechs Hochmotivierte wagten es den Berg zu Fuß bis zur Hütte zu erklimmen. Zwei von ihnen machten schnell wieder kehrt, als sie sich plötzlich auf allen "Vieren" sahen. Sie setzten sich doch lieber in den Zweiersessel und ließen sich nach oben fahren. Durchgeschwitzt und mit hochrotem Kopf kamen unsere Bergsteiger an. Erst mal fertig mit der Welt, jedoch die einladenden gemütlichen Liegestühle und die Sonnenstrahlen ließen sie schnell vergessen, wie schwer der Aufstieg war. Nach dem ersten Jagertee wurden sie auch schon wieder lockerer. Die pausierenden Skifahrer versorgten sie mit Getränken, Essen und Naschereien. Schnell war der Tag rum und gemeinsam setzten sie sich in den Zweiersessel und ließen sich den Berg runterfahren. Am nächsten Tage wurde nicht mehr ans Wandern gedacht, zu frisch war die Erinnerung an den gewaltigen Anstieg. Die Anstrengung fehlte ihnen jedoch und Tag‘s drauf entschlossen sie sich den Berg mal runter zu laufen. Nichts leichter als das, schnell kamen sie am Edthof an und warteten, dass die Skifahrer endlich erscheinen. Wir hielten Ausschau nach unseren Wanderern und machten schon Witze bis Mitternacht werden sie ja da sein. Ungläubig nahmen wir zur Kenntnis wie „nah“ doch das Gästehaus an der Berghütte war.
Der Silvesterabend war da, die Party konnte beginnen. Die Müdigkeit wurde abgelegt und gut gelaunt wurde gefeiert. Um Mitternacht versammelten wir uns vor dem Haus. Die Aussicht über den Ort war hier unbeschreiblich, dementsprechend hatten wir den Überblick über jegliche Feuerwerke die im Ort in die Luft gejagt wurden. Nach den vielen Glückwünschen für’s „Neue Jahr“ wurde weiter gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Auch wenn die Eltern für Ihre Kinder manchmal uncool oder peinlich sind, beim Feiern und Tanzen ist alles vergessen. Zusammen hatten wir viel Spass und die letzten Nachtigallen ließen die Party mit einem feuchtfröhlichen Gebet ausklingen.
Die Nacht war kurz und der nächste Morgen etwas nebelig. Nach einem ausgiebigen Langschläfer-Frühstück und kurzen Überlegungen, strebten wir wieder den Berg an. Unsere Wanderer in Begleitung eines kleinen Hundes (Yorkshire Terrier), die ja nun den direkten Weg kannten, wagten es tatsächlich nochmal zu Fuß zur Hütte. Gut unterwegs und bei noch guter Sicht, hatten sie einen Teil der Strecke hinter sich gelassen. Der Nebel wurde immer mehr, die Sicht immer schlechter und der Berg immer steiler. Der Hund im Arm seines Herrchens (Fred), war wahrscheinlich auch schon durchgefroren. Die Geräuschkulisse bei der miesen Sicht in den Bergen regte die gespensterische Fantasie unserer Wanderer gewaltig an. Plötzlich, in die angespannte Situation, ein lautes Rufen des Hunde-Frauchens (Monika): „Fred, spann den Schlittenhund an, ich kann nicht mehr laufen“. Nach einem riesigen Gelächter und trotz der Angst im Nacken kamen die Bergsteiger nach 2,5 Stunden völlig erschöpft in der Hütte an, jedoch froh diese überhaupt gefunden zu haben. An Abenteuer hat es ihnen nicht gefehlt, treffend hierzu nach der Redensart „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ und an Erzählungen mangelte es wirklich nicht.
Nach einer Woche Skifahren mit einer so großen Gruppe gibt es wirklich viel Lustiges zu berichten. Wahrscheinlich könnte ich noch einige Seiten füllen, aber so genau wollt ihr’s nun auch nicht wissen. Eins muss ich noch los werden „Wenn Engel reisen“ scheint immer die Sonne und am letzten Tag spielt das Wetter nicht mehr mit, damit es uns leichter fällt heimzufahren. Das war schon die letzten Jahre so und wird hoffentlich auch weiterhin so bleiben.
