Wolkendorf
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30-jähriges Jubiläum der Jugendblaskapelle in Wolkendorf

Ein Wunsch ging in Erfüllung

 

Schon seit mehreren Jahren wünschte sich die Blaskapelle Wolkendorf einen gemeinsamen Urlaub in der alten Heimat. Voriges Jahr beschloss ein kleiner Kreis diese Reise zum 30. Jubiläum umzusetzen. Es galt eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten um alle unter einen Hut zu bekommen.
Donnerstag, den 13.08.2009 startete unsere Reise mit Kind und Kegel aus Nürnberg Richtung Wolkendorf. Den Reisebus von der Fahrschule Schlicht hatte Hatto Müller angemietet und er wurde auch mit Fahrern aus den eigenen Reihen besetzt: Hatto Müller, Torsten Zimmermann und Walter Schimm. Auf der bekannten Route Nürnberg, Passau, Wien... herrschte eine familiäre Stimmung. Die 17 Kinder, die mit dabei waren, haben sich im hinteren Teil des Busses mustergültig verhalten, während die anderen Mitreisenden sich unterhielten und gemeinsam Lieder aus einem neuen Liederheft sangen. Dieses Heft wurde extra für diese Reise von Elke Preidt zusammengestellt. Unsere Stops nutzen wir um für unser leibliches Wohl zu sorgen. Die Zeit spielte nun keine Rolle mehr, so dass wir gegen 3 Uhr morgens Gulaschsuppe aßen und 10 Uhr früh die ersten Mici bei der Raststätte Lutsch 2000. Hier wurden wir herzlich vom Inhaber begrüßt und eingeladen bei der Heimreise wieder einzukehren. Frisch gestärkt ging es dann im vertrauten Siebenbürgen weiter. Die Dörfer, die Städte ähnelten sich, bei jedem trat ein heimisches Gefühl auf. Viele waren seit Jahren nicht mehr in Rumänien und somit bewunderten wir erstaunt die neuen Bauten und Firmen um Herrmannstadt. Bei Schirkanyen fuhren wir ins Burzenland. Der Zeidner Berg war in unmittelbarer Nähe und in weiter Entfernung ragten stolz der Königstein und Butschetsch am Horizont empor. Als wir aus Zeiden herausfuhren spürte man schon bei jedem Spannung und Neugier wie das Heimatdorf jetzt aussieht. Im Heim wurden wir herzlich empfangen. Nach einem gemeinsamen Abendessen durfte sich jeder von der 27stündigen Reise erholen.

Nach einer erholsamen Nacht, einem teils gemeinsamen Frühstück und einem leckeren Mittagessen, hatte jeder Zeit zur freien Verfügung bis 14 Uhr, bis zur Probe für das am Sonntag bevorstehende Fest. Die Probe war im Alten Rathaus (Konfirmandenzimmer), wo unsere Musikanten vor 30 Jahren als junge Knaben ihre musikalische Laufbahn begonnen hatten. Während der Probe schmückten unsere fleißigen Helfer den Hochzeitssaal. Danach ließen wir den Abend mit ein paar Oberkrainer ausklingen.

Sonntag früh, bei strahlendem Sonnenschein, begann unser Fest mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Wir hatten unsere Nachbargemeinden Neustadt und Weidenbach, die Pfarrer Uwe Seidel mitbetreut, herzlichst eingeladen. Anschließend an den feierlichen Gottesdienst würdigten wir den bekanntesten Wolkendorfer, Komponist, Kapellmeister und Musiker Martin Thiess mit der Enthüllung einer Gedenktafel durch seine Uruhrenkelin Verena Zimmerman an seiner Grabstätte.
Auf die Klänge der Wolkendorfer Blaskapelle marschierten wir gemeinsam in den Hochzeitsaal, den die politische Gemeinde neu renoviert hat und uns kostenlos zur Verfügung stellte. Dank der fleißigen Helfern aus Wolkendorf wie auch aus unseren Reihen konnten wir in einem schön geschmückten Saal unser Fest feiern.

Montags waren wir Gäste von Katharina und Hermann Kurmes in Ihrer Villa „Hermani“. Es wurde viel gesungen und gelacht, sogar ein Ständle wurde dort oben im Gebirge von der Kapelle für unsere Gastgeber gespielt. Hermann sagte: „Die Bewohner dieses Dorfes haben noch nie eine Blaskapelle gesehen, geschweige denn spielen gehört“. Wir wurden mit echten rumänischen Spezialitäten verwöhnt, wofür ich mich auf diesem Wege bei Katharina, ihren Helferinnen sowie bei Hermann bedanken möchte. Es war ein schöner Tag. Danke.

Noch am Montag Abend wurden die Pläne für Dienstag geschmiedet. An diesem Dienstag wollten wir gemeinsam die Landschaft um Wolkendorf genießen (das verlorene „Dicke Rohr“ suchen), um anschließend ein Picknick zu machen. Wer sonst als Hermann konnte uns den besten Vorschlag machen: Über das „Dicke Rohr“, das noch in voller Länge und Größe am selben Platz wie eh und je das Wasser in das E-Werk Wolkendorf leitet, hinüber zum „Kukurutz-Guerten“ ( Mais-Garten) und dann hinab zum Fluss Tiertsch, zu einem Bärengehege. Dort erwartete uns Katharina Kurmens, die uns durch das Gehege führte und uns viel Wissenswertes über die Bären erzählte.
Anschließend erwarteten uns Simone und Mike Holdreich mitten in der freien Natur mit Getränke, einem 50 liter Topf „ Tocana“ und als Nachtisch reichlich Pfannkuchen. Hermann brachte Speck zum Grillen mit, sodass auch jeder auf seine Kosten kam.

Mittwochs wollten wir geschichtliche Bauten ansehen, einige Kirchenburgen und Ritterburgen. Die Zeit erlaubte uns nur die Rosenauer Burg zu besichtigen. Wir genossen es, diese Burg bis ins kleinste Detail zu erkunden. Wir mieteten eine Führung, in der uns eine junge Dame aus ihrer gelernten Sicht die Burg erklärte. Aber jeder von uns kannte aus unserer Geschichte die Erbauung und den Sinn dieser Burg, so dass es sich schnell zu einer interessanten und regen Diskussion entwickelte. Vom Aussichtspunkt sahen wir weit ins schöne Burzenland und erkannten, dass sich auch Wolkendorf weiter entwickelt hat, insbesondere auch das Viertel zum einstmaligen Freibad.
Anschließend besuchten wir die Schulerau. Am leeren Alkapulko-Freibad vorbei, über die „Kleen Piana“, den Grund der Gemarkung Neustadt, in die verbaute Schulerau. Wo man einst die Weite und Schönheit der Natur betrachten konnte, stehen jetzt Villen, Hotels und Kiosks.
In der Dakenscheune bestellte jeder sein Lieblingsgericht oder ein Gericht, das er lange nicht mehr gegessen hatte. Nach einem kurzen Einkaufsbummel nahm diese Reise ein Ende.

Der Donnerstag stand jedem zur freien Verfügung. In den frühen Abendstunden versammelten sich alle im Erholungsheim. Die Blaskapelle spielte im Hof noch einige Lieder und bedankte sich mit ein paar „Hoch´s“ bei allen die dazu beigetragen haben dass diese Tage unvergesslich bleiben.
Die Abende im Erholungsheim nutzten wir, um Gedanken auszutauschen, Erlebnisse zu erzählen, gemeinsam zu singen, Witze zu reißen oder einfach gemütlich beisammen zu sein.

Freitag nach dem Frühstück traten wir unsere Rückreise an. Bei Sebes machten wir bei Lutsch 2000 eine (kurze) Pause. Dort erwarteten uns die „Lutsch Brüder“ mit dem Mittagessen. Danach packten wir nochmal die Instrumente aus und spielten auf Wunsch von den Gastgebern und als Dank für die Bewirtung noch einige Lieder. Anschließend ging es dann weiter Richtung Deutschland.

Bericht aus der "Allgemeinen Deutschen Zeitung" 18. August 2009
Zeitungsbericht aus Wolkendorf 2009.jpg
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Aktualisiert am 05.10.2017

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