Wolkendorf
Wolkendorf

Zeittafel

1377 wird erstmals der Ort villa Volkan in einer Urkunde König Ludwigs I. genannt. Die Ortschaft gehört zu einer Gerichts- und Verwaltungseinheit mit Kronstadt an der Spitze.
1421 erläßt König Sigismund u.a. auch Wolkendorf (Wolkan) den Martinszins für das laufende Jahr, da die Gemeinde durch den Türkeneinfall großen Schaden erlitten hat.
1422 erläßt König Sigismund der Gemeinde zwecks Wiederbelebung den Zins für zehn Jahre. Wolkendorf war durch den Einfall der Türken entvölkert worden.
1427 verbietet der König allen Adligen und Sachsen, Szeklern und Rumänen, die in der Umgebung von Wolkendorf wohnen, ihr Vieh auf Wolkendorfer Gemarkung zu weiden. Auch bestätigt er Wolkendorf das Besitzrecht auf die „Hohe Koppe“ (Tschuma).
1430-1435 (1517 ?) wird der Neugraben oberhalb von Wolkendorf aus der Burzen abgeleitet und mit Hilfe der Bewohner von Heldsdorf und Zeiden gegraben.
1468 ist ein Wolkendorfer, Dominus Stephanus Krembser de Wolkendorff, auf der Wiener Hochschule eingeschrieben.
1501 Streit mit der Nachbarortschaft Tohan wegen eines Waldes, der Wolkendorf zugesprochen wird.
1504 wird eine Mühle im Ort erwähnt, deren Einnahmen in die Kasse der Törzburger Kastellane fließen. 1510 zählt Wolkendorf 42 Hauswirte, sechs Witwen, zwei Arme, einen Müller, einen Schulmeister, einen Glöckner, drei Hirten und einen Rumänen.
1519 bekräftigt König Ludwig II. das Besitzrecht Wolkendorfs auf die „Hohe Koppe“.
1520 fügen die Bewohner von Zărne
ști den Wolkendorfern Schaden zu. 1521 erhält Wolkendorf finanzielle Unterstützung von Kronstadt. An Kirche und Burgmauern werden Umbauarbeiten ausgeführt.
1522 Zwischen Zărne
ști und Wolkendorf ist ein Grenzstreit im Gang.
1526 gibt es im Ort 39 Vollwirte und zwölf halbe Steuerträger, außerdem vier wüste Höfe.
1529 wird Wolkendorf vom moldauischen Fürsten Petru Rare
ș niedergebrannt.
1530 lagern türkische Truppen in der Nähe des Ortes.
1532 zählt Wolkendorf nur noch 18 Wirte (1536 29 Wirte, 1541 44 Wirte).
1556 wird der Pfarrer nicht mehr verpflichtet, einen Prediger zu halten. Der Gemeinderat bezahlt wie bisher den Schulmeister und den Glöckner.
1560 Streit mit Tohan wegen einer Wiese.
1586 brennt Wolkendorf nieder.
1595 Streit mit Zeiden wegen einer Wiese, die sich die Zeidner unrechtmäßig angeeignet hatten.
1599 wird Wolkendorf von den Truppen Michaels des Tapferen niedergebrannt.
1603 dringen kaiserliche Hilfstruppen des walachischen Woiwoden Radu
Șerban in die Kirchenburg ein, rauben die Vorräte und töten mehrere Bewohner.
1604 sind die durch den Krieg des Viehs beraubten Bewohner genötigt, sich selbst vor den Pflug zu spannen.
1611 (22. Oktober) brechen die Truppen Gabriel Báthorys in Wolkendorf ein. Die Bewohner flüchten in die Kirchenburg, hier ziehen sie sich in einen Befestigungsturm (Glockenturm) zurück, um den die Angreifer Stroh und Holz häufen und Feuer legen. Der ganze Ort, samt Kirche und Kirchenburg, wird niedergebrannt. 250-300 Personen kommen dabei ums Leben. Mehrere Gefangene werden von Bewohnern aus Zeiden und Rosenau freigekauft. Neben dem Kirchenchor wird eine Kapelle errichtet.
1630-1632 werden die Ringmauern der Kirchenburg erhöht. 1636 brennt der Ort ab. Nur fünf Häuser bleiben erhalten. Fünf Menschen kommen in den Flammen um.
1658 (25. August) brennen türkische Truppen Wolkendorf nieder. Die eingefangenen Bewohner werden vor den Mauern Kronstadts zum Kauf angeboten, viele niedergehauen.
1660 wütet die Pest in Wolkendorf.
1665 wird die zerstörte Kirche wieder aufgebaut und mit einer Kassettendecke versehen.
1671 Streit mit Zărne
ști wegen der „Hohen Koppe“. Der Prozeß zieht sich über mehrere Jahre hin.
Um 1687 ziehen Familien aus dem Burzen- und Altland nach Wolkendorf zu.
1690 flüchten gelegentlich eines Einfalles der Tökely-Truppen die Bewohner nach Rosenau und Zeiden. Der größte Teil der Habe, insbesondere das Vieh, geht verloren.
1718 (3. Juli) brennt der untere Teil des Ortes ab.
1722 leben in Wolkendorf 50 sächsische und sieben rumänische Familien (5 Wirte, 2 Hirten).
1733 (27. Juli) wird die Hälfte von Wolkendorf ein Raub der Flammen. 51 Häuser brennen ab.
1737-1738 sterben 141 Personen an der Pest, darunter Pfarrer Johann Raus.
1747 Großbrand: Zwanzig Häuser und dreißig Scheunen werden in Schutt und Asche gelegt.
1758 Begehung der Flurgrenze gegen Tohan, dessen Bewohner die Grenze zu Wolkendorf in Frage gestellt hatten.
1760 löst ein Blitzschlag einen Brand aus.
1770 brennen 18 Höfe ab, 1771 17 Höfe.
1772 brennen alle Gebäude von der Kirche bis zum Zeidener Tor ab; das Feuer hatten Bewohner aus Schnakendorf gelegt.
1780 legen die Wolkendorfer nach vielen Jahren wieder Weingärten an, doch der Wein gedeiht nicht. Ein Grenzstreit mit Rosenau wird entschieden.
1787 werden während des russisch-türkischen Krieges Soldaten in Wolkendorf einquartiert.
1793-1794 wird ein neuer Glockenturm errichtet, die Kirche nach Westen verlängert.
1795 Ortsvorsteher Thomas Schabel verfaßt die Chronik von Wolkendorf (Handschrift).
1799 ergibt sich ein Grenzstreit mit Zeiden wegen eines Gebietes am Breitbach, der zugunsten von Wolkendorf entschieden wird.
1803 werden die Hatterthaufen zwischen Zeiden und Wolkendorf neu aufgeworfen.
1808 wird im Hof der Kirchenburg das „Alte Rathaus“ errichtet.
1821 lassen sich in Wolkendorf vorübergehend 319 Flüchtlinge aus der Walachei nieder.
1837 verfaßt Johann Preidt eine Kurze Geschichte von Wolkendorf (Handschrift)
1841 fallen einer Feuersbrunst 17 hölzerne Wohnhäuser, 82 Ställe und 65 volle Scheunen zum Opfer.
Um 1845 beginnt durch Nikolaus Konrad Marinowitz die Steinkohleförderung auf Wolkendorfer Gemarkung.
1848 wird durch Johann Papp aus Kronstadt ein neuer Altar errichtet.
1849 entrichtet Wolkendorf während der Revolution 30.000 fl. in Form von Lieferungen und Prästationen. An der Cholera sterben 42 Sachsen. Russische Truppen schleppen die Rinderpest ein.
1869 Gründung der „Liedertafel“ und des „Lesevereins“.
1870 Veranstaltung des ersten Schulfestes.
1875 wird der Bergwerksbetrieb der „Gebrüder Hoffmann“ von der Firma „Czell und Artz“ erworben. Die Bergarbeitersiedlung Concordia entsteht.
1883 Gründung der „Freiwilligen Wolkendorfer Feuerwehr“.
1889 Errichtung eines Sägewerkes durch Johann Hermannstädter.
Um 1890 wird der Nordwestturm abgetragen, an seiner Stelle das neue Rathaus (1893) errichtet.
1891 wird durch Gerichtsentscheid das Besitzrecht der Gemeinde auf die Koppenweide bekräftigt und bestimmt, daß den Wolkendorfern gestattet ist, ihr Vieh durch den Wald von Zărne
ști ungehindert zu treiben. Bau des neuen Pfarrhauses.
1892-1893 wird ein neues Schulgebäude errichtet. In den Gassen werden Petroleumlaternen aufgestellt.
1900 wird eine rumänische Schule gebaut (heute orth. Pfarrhaus).
1900-1904 Durchführung der Kommassation (Flurbereinigung).
1904 wird ein Gipsabguß der berühmten Bildhauerarbeit der Segnende Christus von Bertel Thorvaldsen auf dem Altar aufgestellt.
1907 wandern die ersten Bewohner nach Amerika aus.
1911 errichtet die Pietistengemeinde ein Missionshaus, das 1938 von der evang. Gemeinde gekauft und als Waisenhaus (1939-1948) und Erholungsheim genutzt wird.
1912 wird das Elektrizitätswerk in Wolkendorf in Betrieb genommen, desgleichen ein Sägewerk und eine Mühle. Einführung der elektrischen Straßenbeleuchtung.
1916 (August) flüchtet die sächsische Bevölkerung vor den einfallenden rumänischen Truppen. Plünderungen. Erdbeben.
1920 wird der Gewerbeverein gegründet.
1921 verliert die evangelische Kirchengemeinde durch die Agrarreform 215 Joch Wald und 50 Joch Wiesen.
1923 fördern rund 380 Kumpel Kohle im Wolkendorfer Bergwerk, das von Zeiden aus über ein Gleis an das Eisenbahnnetz angeschlossen wird.
1927 Errichtung einer Molkerei und eines Schlachthauses.
1928 erscheint das Nachrichtenblatt Weucheblad (Wochenblatt). Nach Kronstadt wird eine regelmäßige Busverbindung eingerichtet.
1940 wird die neue rumänische Staatsschule gebaut.
1942 wird das evangelische Pensionistenheim errichtet (1962 fertiggestellt).
1943 melden sich 188 Männer, Burschen und Mädchen (12) zur Deutschen Wehrmacht (davon fallen 47).
1944 (Herbst) bauen etwa 35 versprengte deutsche Soldaten im Wald ein unterirdisches Versteck, sie werden gefaßt und in die Gefangenschaft gebracht. Sieben Personen, die deutsche Soldaten versteckt hatten, werden zu Kerkerstrafen verurteilt.
1945 (13. Januar) werden 214 Sachsen aus Wolkendorf und der Bergwerkssiedlung Concordia für fünf Jahre nach Rußland zur Zwangsarbeit deportiert. Dreißig Männer und Frauen sterben in den Arbeitslagern. Die zurückgebliebenen Männer werden in die Arbeitslager von Kronstadt und Marienburg eingeliefert.
1948 beschäftigt das Kohlebergwerk rund 600 Arbeiter und Angestellte.
1951 findet in Stuttgart das erste Treffen der Wolkendorfer in Deutschland statt.
1953 Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG).
Nach 1960 wird das Bergwerk stillgelegt.
1963 untersagt das Bürgermeisteramt die Benutzung des Rathaussaales durch die evangelische Kirchengemeinde. Die Einfahrt in die Kirchenburg (durch das Rathaus) wird an die Nordseite verlegt, wo ein neues Tor in die Ringmauer gebrochen wird, 14 Vorratskammern an der Innenseite müssen deswegen abgetragen werden.
1965 schlägt der Blitz in den Kirchenturm ein; ein Blitzableiter wird darauf angebracht.
1972 wird das Schulfest wieder gefeiert.
1978 erhält Wolkendorf den Arbeitsorden, weil es 1977 die bestbewirtschaftete Gemeinde war.
1979 werden auf der Ortsgemarkung Fischteiche (7 Hektar) angelegt.
Von 1950 bis 1985 wandern rund 650 Wolkendorfer Sachsen nach Deutschland aus.
1990 setzt die große Auswanderungswelle der Sachsen ein. Die Ortsmonographie Wolkendorf im Burzenland erscheint.



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Aktualisiert am 06.01.2017

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